Hallentechnik

Bodenlast in Hallen: Was 5 t/m² für Stapler und Regale bedeuten

Eine Flächenlast von 5 t/m² klingt nach viel Reserve. Für Palettenregale zählt aber eine andere Zahl: die Kraft unter jeder einzelnen Stütze.

Von Redaktion corealisVeröffentlicht am 30. Oktober 20267 Min. Lesezeit
Oranger Schubmaststapler zwischen Palettenregalen mit Kartonware auf glattem Betonboden, Symbolbild

Die Bodenlast einer Lagerhalle gibt an, wie viel Gewicht die Bodenplatte tragen darf. Angegeben wird sie meist als Flächenlast, je nach Unterlage in t/m² oder kN/m²; 1 t/m² entspricht rund 10 kN/m², 5 t/m² also rund 50 kN/m². Für Palettenregale ist aber die zulässige Punktlast unter der Regalstütze maßgeblich, für Stapler die Radlast. Auch eine Halle mit ordentlicher Flächenlast kann bei hohen Regalen an ihre Grenze kommen.

Die Bodenplatte ist das Bauteil, das Sie nach dem Einzug am wenigsten ändern können. Die folgenden Fragen sind die, die Sie vor der Anmietung beantwortet haben sollten.

Wie rechne ich t/m² in kN/m² um?

Eine Masse von 1 Tonne erzeugt auf der Erde eine Gewichtskraft von 9,81 kN. In der Praxis wird mit 10 gerechnet. Exposés nennen meist Tonnen, Statiken Kilonewton.

Angabe entspricht etwa Typische Einordnung
1 t/m² 10 kN/m² oder 1.000 kg/m² leichte Nutzung, geringe Stapelhöhe
2 bis 3 t/m² 20 bis 30 kN/m² bei älteren Gewerbehallen und Werkstätten verbreitet
5 t/m² 50 kN/m² häufig genannter Wert in Exposés moderner Logistikhallen
über 5 t/m² über 50 kN/m² schwere Lagerung, Produktion, Spezialhallen

Die rechte Spalte ist eine grobe Einordnung, keine Norm. Was eine bestimmte Halle trägt, steht nur in ihrer Statik.

Was ist der Unterschied zwischen Flächenlast, Punktlast und Radlast?

Die Flächenlast beschreibt eine gleichmäßig verteilte Last, etwa Ware, die als Block auf dem Boden steht. Sie passt zu Blocklagern und zu Flächen ohne Regale.

Die Punktlast, auch Einzellast genannt, ist die Kraft auf einer kleinen Fläche, zum Beispiel unter der Fußplatte einer Regalstütze. Die Bodenplatte muss sie verteilen, ohne zu reißen oder durchgestanzt zu werden.

Die Radlast bringt ein Fahrzeugrad auf den Boden. Bei Staplern konzentriert sie sich auf eine sehr kleine Aufstandsfläche und wirkt bewegt, also auch an Fugen und Kanten.

Ein Boden kann für die Flächenlast ausreichen und für die Punktlast nicht. Fragen Sie deshalb immer nach beiden Werten.

Welche Last bringt eine einzelne Regalstütze in den Boden?

Mehr, als die meisten erwarten. Ein Überschlag für ein einfaches Palettenregal: Jedes Fach trägt drei Paletten zu je 1.000 kg, darüber liegen fünf Traversenebenen, die sechste Ebene steht direkt auf dem Boden. Ein Regalfeld trägt damit 15.000 kg. Ein innerer Rahmen nimmt je die Hälfte der beiden angrenzenden Felder auf, also ebenfalls 15.000 kg, verteilt auf seine zwei Stützen.

Ergebnis: 7.500 kg je Stütze, rund 74 kN, noch ohne Eigengewicht des Regals. Diese Kraft geht über eine Fußplatte von oft nur wenigen hundert Quadratzentimetern in den Beton. Rechnerisch auf einen Quadratmeter verteilt sähe das harmlos aus; für die Bodenplatte ist es eine konzentrierte Last, die sie über Dicke, Bewehrung und Untergrund abtragen muss.

Mit vier statt fünf Traversenebenen läge die Stützenlast bei 6.000 kg, rund 59 kN. Die zusätzliche Ebene, die eine höhere Halle möglich macht, erhöht die Last jeder Stütze also um ein Viertel. Wie viele Ebenen eine Halle überhaupt hergibt, zeigt der Artikel Lichte Höhe und Unterkante Binder.

Rücken-an-Rücken-Regale, schmale Gänge und schwerere Paletten treiben die Werte weiter nach oben. Für die Entscheidung brauchen Sie die Stützenlasten Ihres Layouts vom Regalhersteller, geprüft von einem Tragwerksplaner gegen die Statik der Bodenplatte.

Reicht die Flächenlast für ein Blocklager?

Beim Blocklager ist die Flächenlast tatsächlich die passende Kennzahl, weil die Ware gleichmäßig auf dem Boden steht. Der Rechenweg ist einfach: Gewicht je Ladeeinheit mal Stapelhöhe, geteilt durch die Grundfläche der Ladeeinheit. Eine Europalette hat eine Grundfläche von 1,20 m × 0,80 m, also 0,96 m². Werden drei Paletten zu je 800 kg übereinander gestapelt, ergibt das 2.400 kg auf 0,96 m², rund 2,5 t/m² unter dem Stapel.

Auch ein Blocklager kommt damit schnell in Bereiche, die ältere Hallen mit 2 bis 3 t/m² ausreizen. Außerdem zählt die Last unter dem Stapel, nicht der Durchschnitt über die Halle, der wegen der Gänge niedriger liegt. Fragen Sie deshalb, ob sich die genannte Flächenlast auf die gesamte Fläche oder auf belastete Teilflächen bezieht. Bei schwerer Ware wie Fliesen, Getränken oder Metall lohnt diese Rechnung vor jeder Anfrage.

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Was müssen Boden und Fugen für Stapler aushalten?

Ein beladener Stapler bringt sein Eigengewicht und die Last auf wenige kleine Räder. Beim Heben verlagert sich das Gewicht stark auf die Vorderachse. Die Achslasten stehen im Datenblatt des Herstellers; geben Sie sie zusammen mit den Stützenlasten an den Statiker weiter.

Die Schwachstellen eines Hallenbodens sind seine Fugen. Ausgebrochene Fugenkanten zerstören Räder und erzeugen Schläge auf Ware und Fahrer. Besonders beansprucht sind Übergänge an Toren und Überladebrücken, weil dort jede Fahrt mit einem kleinen Stoß beginnt. Wer bei der Besichtigung entlang der Fahrwege auf die Fugen schaut, sieht in wenigen Minuten, wie es um den Boden steht. Was bei der Andienung sonst zu beachten ist, erklärt der Artikel Rampe oder ebenerdiges Tor.

Wie eben muss ein Hallenboden sein?

Für normale Lagerung genügen die Ebenheitstoleranzen, die meist nach DIN 18202 vereinbart werden. Anspruchsvoller wird es bei hohen Regalen und vor allem bei Schmalganglagern, in denen Geräte mit weit ausgefahrenem Mast fahren. Dort sind deutlich engere Toleranzen in den Fahrspuren nötig. Sie werden heute in der Regel nach der Richtlinie FEM 9.831-1 und den Vorgaben des Geräteherstellers festgelegt; in älteren Unterlagen finden Sie noch Verweise auf die inzwischen zurückgezogene DIN 15185 Teil 1.

Für ein Schmalganglager sollten Sie ein Ebenheitsprotokoll der geplanten Gänge verlangen oder vor der Anmietung messen lassen. Abschleifen ist möglich, aber nicht beliebig, und es kostet Zeit vor dem Einzug.

Was tun, wenn niemand die Bodenlast kennt?

Bei älteren Hallen fehlen Statik und Baubeschreibung häufiger, als man denkt. Dann bleiben drei Wege:

  1. Bauakte einsehen: Beim Bauamt liegt oft die Statik aus dem Genehmigungsverfahren. Der Eigentümer kann Einsicht beantragen oder Sie bevollmächtigen.
  2. Untersuchung vor Ort: Ein Tragwerksplaner ermittelt über Bohrkerne Plattendicke und Betongüte und leitet daraus zulässige Lasten ab.
  3. Lasten anpassen: Größere Fußplatten oder Lastverteilplatten unter den Stützen, weniger Ebenen oder leichtere Ware in den oberen Fächern. Was zulässig ist, entscheidet der Statiker, nicht der Regalmonteur.

Eine Bodenplatte in einer genutzten Halle nachträglich zu verstärken, ist praktisch keine Option. Rechnen Sie mit dem, was da ist, und lassen Sie die belegten Kennwerte in den Mietvertrag oder dessen Anlagen aufnehmen.

Welche Angaben gehören in Ihre Anfrage?

Wer Hallen anfragt, sollte die Bodenwerte gleich mitfordern: Flächenlast mit Beleg aus Statik oder Baubeschreibung, zulässige Punktlast je Stütze, bei Schmalgang das Ebenheitsprotokoll. Im Gegenzug kennen Sie Ihre eigenen Werte: Achslasten der Stapler und Stützenlasten des geplanten Regals. Erst wenn beide Seiten auf dem Tisch liegen, lässt sich die Frage beantworten, ob der Boden passt.

Was bedeutet 5 t/m² Bodenbelastung?

Die Bodenplatte darf eine gleichmäßig verteilte Last von 5 Tonnen je Quadratmeter tragen, rund 50 kN/m². Über die Belastbarkeit unter einzelnen Regalstützen sagt der Wert allein nichts aus.

Wie berechne ich die Punktlast eines Regals?

Palettengewicht mal Paletten je Fach mal Traversenebenen ergibt die Feldlast. Ein innerer Rahmen trägt etwa eine volle Feldlast, die sich auf zwei Stützen verteilt. Für die Planung brauchen Sie die genauen Werte des Regalherstellers.

Kann man die Bodenlast einer Halle erhöhen?

Eine bestehende Bodenplatte zu verstärken, ist aufwendig und in einer genutzten Halle kaum sinnvoll. Möglich sind Maßnahmen, die Lasten besser verteilen. Ob das reicht, muss ein Tragwerksplaner nachweisen.

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